Festwochen Tipp

Strategien des Überlebens: das neue forum festwochen

Lexikon | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Die Festwochenreihe forum festwochen ff hatte schon viele Gesichter. Gegründet wurde sie 2002 von der damaligen Schauspieldirektorin Marie Zimmermann als "geschützter Raum“ für junge, noch wenig etablierte Künstler; unter anderem waren beim forum festwochen erstmals Arbeiten von Jewgenij Grischkowez, Sebastian Nübling oder René Pollesch in Wien zu sehen. Unter Stefanie Carp wurde das Profil der Reihe in Richtung Themenfestival geschärft; im Vorjahr etwa zeigte man Inszenierungen aus Exjugoslawien. In diesem Jahr präsentiert sich das forum abermals in modifizierter Form: Der Fokus liegt nicht mehr auf Theater; das auf sechs Tage komprimierte, interdisziplinäre Programm versammelt im Project Space der Kunsthalle und im nahegelegenen Brut im Künstlerhaus Installationen und Aktionen, Workshops, Performances und Künstlergespräche zum Thema "Überlebensstrategien“.

Das Fundament der Reihe bilden zwei Projekte aus Indien und Island, die während der gesamten sechs Tage stattfinden. Der Schauspieler Harish Khanna aus New Delhi vermittelt in Workshops nachmittags Techniken und Strategien indischer Straßenhändler, die um 19 Uhr dann in der Dokuperformance "Surviving Survival“ demonstriert werden. Und das Künstlerinnentrio Kviss Búmm Bang aus Reykjavík lädt in seinem Projekt "The Norm Olympics“ täglich acht Personen ein, für sechs Stunden eine andere Identität zu leben.

In den "Künstlerdialogen“ (15. bis 18.6.) führen der Regisseur Ong Keng Sen, die Autorinnen Kathrin Röggla und Julya Rabinowich oder der Filmemacher Ulrich Seidl Gespräche über Kriegstraumata oder Francis-Bacon-Bilder. Und die belgische Künstlergruppe Berlin zeigt mit "tagfish“ (Brut, 13. bis 15.6.) eine Videoperformance über das Ruhrgebiet. WK

Kunsthalle Wien, Project Space und Brut im Künstlerhaus, 13. bis 18.6.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige