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Lexikon | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Kurz besprochen: Charakter, Gefühle und das merkwürdige Verhalten des Menschen

Todsünden

Joseph Epstein: Neid. Die böseste Todsünde. Wagenbach, 114 S., 10,20€

Wer kennt es nicht, dieses heimlich nagende Gefühl des Neides, die namenlose Bosheit, kaltblütige Feindseligkeit, den verborgenen Groll und das ohnmächtige Begehren? Unter den sieben Todsünden ist der Neid die einzige, die überhaupt keinen Spaß macht. Und zu der sich niemand freiwillig bekennt. Worauf kann ein Mensch neidisch sein? Auf alle und alles, was andere haben und sind, er/sie aber (vermeintlich) nicht: Schönheit, Reichtum, Glück, Erfolg, Jugend, Talent, Gesundheit.

Der Essayist und Verleger Joseph Epstein, in der englischsprachigen Welt bekannt für seine Analysen der snobbery, seziert in 13 Kapiteln den "giftigen Dolch des Neides“ durch alle geistigen Strömungen hindurch, von der griechischen Philosophie und den Kirchenvätern bis zu Marx und Freud - nebst einem Rundblick in die Weltliteratur. Besonders amüsant


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