Performance Kritik

Let’s Talk About Sex! Aber wie eigentlich?

Steiermark | Florian Labitsch | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Der Zuschauer bekommt beim Performance-Abend "How to come“ im Forum Stadtpark einiges in die Hand gedrückt: Korkenzieher, Wasserwaage, Gummiseil und den guten alten Walkman. Sodann gibt Vera Hagemann in der Solo-Performance "It’s the detail that hurts most“, erdacht mit Johannes Schrettle (Zweite Liga für Kunst und Kultur), Gebrauchsanweisungen für den nunmehr aktiven "Zuschauer“. Dazu werden Fragen zu den Themen Liebe und Sex gestellt, nämlich "wie viele Höhepunkte notwendig sind, wie oft wir es brauchen“. Allerdings spricht Hagemann über diese Dinge sonst eher implizit, etwa von "geschmeidigen Konsistenzen, die man zu zweit benutzen kann“.

Um Körperlichkeit und Sexualität geht es auch in der zweiten Einfrauperformance an diesem Abend: "Requierements“ von Juliana Atuesta, geschrieben mit der Zweiten Liga für Kunst und Kultur. Die Künstlerin folgt dabei Anweisungen vom Videoprojektor und setzt sie körperlich um: Wenn etwa "butt“ erscheint, greift sie sich auf den Hintern. Gegen Ende des Stücks kann sie den immer schneller gezeigten Aufforderungen nicht mehr folgen. Bewegungen geraten so zu Verrenkungen, aus dem Mund kommt nur Gestammel. Beide "Gebrauchsanweisungen“ überzeugen, indem sie gewohnte Ordnungs- und Befehlsstrukturen mittels Sprache erschüttern.

Eine längere Version ihres Stücks bringt Atuesta dann bei der Performance-Night "How to come (and stay)“, die noch drei weitere Stücke von kolumbianischen (Adriana Cubides, Eduardo Oramas) und österreichischen Künstlern (Thomas Rottleuthner, Christina Lederhaas) zu bieten hat. Dabei gehen die Performer der Frage nach, wie Jahrestage und Jubiläen gefeiert werden und Sexpraktiken aussehen sollen. Und: "Wie sollen wir über diese Dinge reden?“

How to come, Forum Stadtpark, 9.6., 20.30

How to come (and stay), Forum Stadtpark, Fr, 20.30


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