Kunst Tipps

Gemeinsam-Sein, das grenzt ans Utopische

Steiermark | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Der Begriff "Gemeinschaft“ bildet heuer den Schwerpunkt von Camera Austria. Und weil der nicht unbelastet ist, vielmehr ans Utopistische grenzt, zeigt sich schon die Auftaktausstellung "Communitas. Die unrepräsentierbare Gemeinschaft“ als Abfolge kleiner Kompartimente. Der so aufgeteilte Raum beherbergt eine Auswahl an Arbeiten, die sich Formen des Scheiterns von "Gemeinsam-Sein“ widmen, dabei geografisch und historisch weit ausgreifen und auch nach der Authentizität jener Bilder fragen, derer sich das jeweils transportierte Bild des Gemeinschaftlichen bediente. Clemens von Wedemeyers Projekt "The Fourth Wall“ dreht sich um die "Tasaday“, einen 1971 entdeckten Stamm von Höhlenmenschen, der aber bald als nicht ganz echt galt. Sharon Hayes ließ sich mit Protestschildern an Schauplätzen historischer Protestaktionen fotografieren. Im Aufeinandertreffen von Passanten und Protestbotschaften lotet ihre Arbeit "In the Near Future“ nicht nur das kritische Potenzial von Performances, sondern des öffentlichen Raumes generell aus. Und Sanja Ivekovic verlebendigt in einer Videoinstallation die Opfer des Massakers an den Gwangjus als Liga blickloser Toter. UT

Camera Austria, bis 19. 6.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige