Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Dass einmal pro Woche jemand vor der Redaktion erbricht, deuten wir längst nicht mehr als Ausdruck von Kritik. Wer in einer euphemistisch als "Bermuda-Dreieck“ bezeichneten Koma-Sauf-Zone arbeitet, sieht und steigt darüber hinweg.

Jener Sticker aber, der jetzt auf dem Falter-Messingschild klebt, ist sehr wohl eine Art von, nun ja, Feedback. Der Totenkopf und die Worte "Grüne Front“ lassen zwei Schlüsse zu: Erstens, jemand muss den professionellen Rapid-Fans die Ultras-kritische Titelgeschichte vorgelesen haben. Und zweitens, was die Herren und Damen von der Front da hörten, dürfte ihnen nicht gefallen haben.

Einzelne vermuten nun einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Carsten Fastner. Denn entgegen der innerbetrieblichen Abschiedszeremonie - Sekt von Geschäftsführer Sigi Schlager, Besinnliches von Chefredakteur Armin Thurnher, Blumen von Betriebsrätin Ingrid Brodnig - war Fastner einfach: weg.

Sein langjähriges Experiment, den Versuch, klassische Musik ins Deutsche zu übersetzen, wird Heinz Rögl fortführen. Wir wollen uns mit dem Gedanken trösten, dass Abenteurer Fastner da draußen der Freiheit auf der Schliche ist, sei es auf einem afrikanischen Dorfplatz oder auf dem Rücken eines texanischen Pferdes.

Selbst wenn es wahr sein sollte, dass Rapid-Fans Fastner gestohlen und Geschäftsführung und Betriebsrat unterwandert haben, ja selbst wenn der Totenkopf tatsächlich drohend gemeint sein sollte: Unsere Herzen mögen ein wenig höher schlagen, aber wegen so etwas doch nicht für einen Fußballclub!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige