Kommentar 

Gerechtigkeit für Gerald Matt: Die Sache stinkt, aber das Recht geht vor

Kultur


Matthias Dusini

Falter & Meinung | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde, denkt sich, wer die Geschichte des gefeuerten Kunsthallen-Kurators Thomas Mießgang hört (siehe auch S. 33). Vom Trauzeugen fristlos entlassen: Das tut weh.

Und dennoch hält sich das Mitleid mit dem Musikexperten in Grenzen, zu sehr profitierte er selbst von dem System Matt. Der Direktor der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, stellt Freunderltum über Kompetenz und Loyalität über Seriosität. In seiner maßlosen Egozentrik verabsäumt er es, ein wissenschaftlich und kuratorisch erfahrenes Team aufzubauen.

Der hippe Künstlername und das süffige Thema sind ihm wichtiger als die Entwicklung eines institutionellen Profils. Er mehrt seinen Ruhm durch das Gondeln von Dinner zu Dinner, für eine Institution wie die Kunsthalle ist diese Selbstdarstellung aber von beschränkter Bedeutung. Sie leidet unter dem Defizit, keine Sammlung zu besitzen. Auch ist die Gegenwartskunst zwar eine hippe Sache, aber einem Massenpublikum nur schwer vermittelbar. Der

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