"Die wütenden Atheisten haben Angst“

Politik | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Charles Taylor, weltweit renommierter Säkularismusforscher, gläubiger Katholik und jüngster Träger des Bruno-Kreisky-Preises über die unbegründete Furcht vor der Religion

Gespräch: Stefan Apfl, Wolfgang Zwander

Er gilt als einer der ganz großen Denker unserer Zeit: Charles Taylor beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den großen Spannungen, die unsere liberale Gesellschaft bedrohen: Religionskonflikte, kaputte Demokratien und falsch gesteuerter Multikulturalismus. Am 10. Juni wird ihm in Wien der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2010 für sein Werk "Ein säkulares Zeitalter“ verliehen.

Falter: Sie vertreten die Meinung, dass es unseren westlichen Demokratien schadet, wenn wir die Religion aus der Öffentlichkeit verbannen. Warum?

Charles Taylor: Für sehr viele Bürger unserer liberalen Gesellschaften spielt die Religion eine ganz zentrale Rolle. Man kann das nicht einfach ignorieren und die Haltung dieser Menschen aus dem öffentlichen Diskurs ausschließen, wenn man


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