Nachgesehen  

Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Automatenglück: wenn Teenager anstandslos ihr Geld verspielen können

Fünfzehn Jahre alt ist der Schüler Julian Vierlinger, Falter-Testperson in Sachen Jugendschutz beim Glücksspiel. "18 Jahre“ steht auf den Spiegeltüren der Automatenkojen in der Marc-Aurel-Straße. Wegen des hohen Suchtpotenzials verbietet das Jugendschutzgesetz Minderjährigen das unter anderem in der Stadtpolitik umstrittene kleine Glücksspiel.

Vierlinger betritt die Automatenkoje und verspielt in zehn Minuten zehn Euro - unbeanstandet vom Kellner eines dazugehörigen Köö-Billardlokals, der auf Videoschirmen unter seiner Bar in die Kojen blickt.

Es sei Fehler des Kellners gewesen, rechtfertigt sich nachher der Geschäftsführer. Nachmittags sei dieser alleine für Bar und Kojen da. Abends, bei mehr Kunden, sei eigens jemand abgestellt, um Ausweise zu prüfen.

Ein ähnlicher Test des Magazins Konsument ergab kürzlich, dass minderjährige Tester in acht von 18 Lokalen weder nach Alter noch nach Ausweis gefragt werden.


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