Mediaforschung  

Tragen die Leute 3D-Brillen beim Fernsehen, Herr Nemeth?

Medien | Joseph Gepp | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Nachfragekolumne

Alles wird neu beim Mobilfunkanbieter Telering: Nicht nur der Slogan "Weg mit dem Speck!“ wurde ersetzt durch "Das soll mal einer nachmachen“. Auch der Rest der Werbekampagne für den Tarif Basta ND wartet mit einer Besonderheit auf.

Erstmals in Österreich sind sämtliche TV-Spots, Plakate und Zeitungsanzeigen der Kampagne in 3D gehalten. Alles kann man mittels eigens produzierter Gratisbrillen auch dreidimensional betrachten. Dies, gibt sich Telering unbescheiden, eröffne eine "neue Dimension in der österreichischen Werbegeschichte“.

Bleibt die Frage: Ist die Zeit reif dafür? Setzt sich irgendein Fernsehzuschauer allen Ernstes eine 3D-Brille auf, weil gerade der Telering-Spot läuft? Oder ist der gemeine Couch-Potato doch zu träge für derart gefinkelte Erlebnisse?

Wohl eher schon, meint Telering-Leiter Christian Nemeth. Er rechnet mit "zehn bis 15 Prozent der TV-Konsumenten“, die dem Spot tatsächlich eine neue Dimension hinzufügen. Allerdings "hebt sich der Spot auf diese Weise ab. Er stiftet Aufmerksamkeit, auch wenn man die Brille nicht aufsetzt.“

Ob der Mobilfunkkonzern auch künftig in 3D werben wird, macht Nemeth vom Kundenzuspruch beim neuen Tarif abhängig. "Bis jetzt sind wir zufrieden, aber der österreichische Mobilfunkmarkt kann sich schnell drehen.“

Und warum wurde der altbekannte Slogan mit dem Speck ersetzt? Es sei "keine leichte Entscheidung“ gewesen, sagt Nemeth. Der Claim "Das soll mal einer nachmachen“ soll nun den Fokus vom reinen Preiskampf der Anbieter wegbringen - damit zu werben ist inzwischen längst kein Telering-Spezifikum mehr.

Nur ein altes Element findet sich auch noch in der neuen Kampagne: der - bei Kunden beliebte - Inder.


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