"Wirke ich wie ein Narr?“

Feuilleton | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Der Songwriter Scott Matthew über traurige Lieder, zu viele Gefühle und die europäische Kultur

Interview: Gerhard Stöger

Der Vollbart wuchert, die Frisur ist asymmetrisch, das Lächeln gewinnend. Scott Matthew ist eine markante Erscheinung. Vor allem aber ist er ein großartiger Songwriter: Niemand singt derzeit schönere traurige Lieder als der in New York lebende Australier. Kürzlich spielte Matthew eine FM4-Radiosession im Radiokulturhaus, jetzt erscheint sein drittes Album "Gallantry’s Favorite Son“.

Falter: Mister Matthew, wie hat es Ihnen im Radiokulturhaus gefallen?

Scott Matthew: Ich bin vor jedem Auftritt nervös. Deshalb dauert es stets ein wenig, bis ich es genießen kann. Ich denke mir immer, dass diese Nervosität beim nächsten Mal weg sein wird, aber sie kommt immer wieder.

Unterscheidet Sie womöglich genau das von Musikern, die ihre Konzerte professionell als Job abwickeln?

Matthew: Ich habe in der Tat nie das Gefühl, dass meine Musik ein Job sei. In meinen Lieder gebe

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