Zwei Engel und vier Fäuste

Feuilleton | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Die Kunsthalle Wien feuerte ihren Chefkurator Thomas Mießgang. Wer ist der Mann, der den Krach liebt und mit dem Chef Urlaub machte?

Porträt: Matthias Dusini

Man nennt ihn auch den Ohrenstöpselkurator, den Musikkritiker und Kunstkurator Thomas Mießgang. Die Ohren des 56-jährigen Wieners mit den Vorarlberger Akzentresten klemmen stets zwischen Kopfhörern, die die musikalische Unterwelt in seine Gehörgänge blasen.

Was andere wohl nur im Zustand gesteigerter Illumination vertragen, etwa Werke der japanischen Noise-Exegeten Merzbow, konsumiert Mießgang beim morgendlichen Gang in das Büro der Kunsthalle Wien.

Nun vernimmt Mießgang Störgeräusche, die selbst einen hartgesottenen Avantgardisten aus der Fassung bringen. Vergangene Woche wurde er von Direktor Gerald Matt fristlos entlassen. Umgehend musste er sein Büro räumen, in dem er sich seit Monaten allerdings nur mehr halbtags aufhielt.

Nachdem er 2009 gegenüber dem Vorstand der Kunsthalle den autoritären Führungsstil Matts kritisiert


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