Ärger in Klein-Jesolo

Stadtleben | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

In den 80er-Jahren verpachtete die Stadt Wien die Copa Cagrana um einen Bettel. Jetzt will sie sie zurückklagen

Reportage: Birgit Wittstock

Auf der "Bosporus“, einem Disco-Schiff, das an der Neuen Donau ankert, liegen die Burschen mit ihren Mädchen im Schatten. Sie stellen ihre Tattoos zur Schau und saugen an ihren Sishas. Es gibt Corona aus Plastikkübeln mit langen Strohhalmen.

Auf dem Weg, der sich entlang des Ufers zwischen den vielen Hütten hindurchschlängelt, tanzt ein Schwarzer im Bastrock, einen Sombrero auf dem Kopf. Schweißperlen glitzern auf seiner Stirn. "Lalalala“, singt er zum Beat, der aus den Boxen dröhnt. Er klappert mit Kastagnetten in Form applaudierender Händen.

An ihm schlendern Pärchen vorbei, feingemacht für das abendliche Promenieren, als wären sie in Caorle oder Jesolo: Mittfünfziger, deren weitgeöffnete Hemden den Blick auf dicke Goldketten freigeben, die Frauen tragen tiefes Dekolletee.

"I steh aufs Gänsehäufel, auf Italien pfeif i!“, singt Rainhard

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