Was fährt denn da?  

Gelungenes Produkt einer Sinnkrise

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Bericht: Wolfgang Zwander

Wie sehr das Bewusstsein vom Sein bestimmt wird, zeigt sich selten besser als hinter dem Steuer eines Autos. Wer für ein paar Tage über eines verfügt, erfährt das Großstadtleben aus einer neuen Perspektive. Es ist ein kühler, unempathischer, aber ästhetischer Blick, dem einen die mit 240 Pferdestärken angetriebenen Räder des Volvo S60 T5 R-Design ermöglichen.

Das Praktische und zugleich Unsoziale an der großstädtischen Individualmobilität ist, dass sich die Öffentlichkeit damit umfahren lässt. Die motorisierte Fahrt von A nach B ist nicht mehr verbunden mit den im Sommer pikanten Gerüchen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit der bettelnden Armut, mit den verwirrt wirkenden Figuren, denen sich kein U-Bahn-Benutzer entziehen kann. Das Cockpit eines Neuwagens lädt dazu ein, sich aus der Alltagsrealität seiner Mitbürger rauszunehmen. Wenn das Testfahrzeug dann der sportliche Volvo S60 T5 R-Design ist, wird einem überhaupt erst bewusst, dass Individualverkehr

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