Prost!  

Eine Kombination, die sich sehen lassen kann

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Römerquelle Melone/Himbeere

Stadtleben | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Im Supermarkt ist ein neues Römerquelle-Getränk gelandet. Es handelt sich wieder um ein "Near-Water-Produkt“ in limitierter Auflage. Der Jahreszeit entsprechend sind Honigmelone und Himbeere Gegenstand aquatischer Geschmacksverstärkung. Erstaunlich leicht und blumig schmeckt diesmal dieses Wässerchen, gerade richtig, um den schnellen Durst zu löschen. Es mundet fast noch besser, wenn man mit Mineralwasser "verlängert“ und den Geschmack auf autonome Weise in homöopathischer Manier noch näher ans Wasser bringt. Nun hat sich in der letzten Zeit herausgestellt, dass diese leichten Limonaden nur mehr in fruktaler Zweierkombination auftreten. Das Erwartungsniveau der Zielgruppe wurde bereits mit erstaunlichen Variationen so hoch gehalten, dass man nicht mehr mit singulären Fruchtzusätzen auszukommen glaubt. So hat die niederösterreichische Firma Vöslauer aus diesem Spiel mit neuen Kombinationen ein marketingtechnisches Werbesujet entwickelt. Auf Plakaten wird die lotteriemäßig aufbereitete und ulkig formulierte Frage in den öffentlichen Raum geworfen, welche Obstsorten die nächsten PET-Flaschen erreichen werden. Kann dieses Spiel die durstigen und geschmacksverliebten Mäuler wirklich hinter dem Ofen hervorlocken? Wenn nun ein sehr untypischer Zusatz wie Hopfen nicht zu Bier, sondern zu Limonade verarbeitet wird, dann könnte das schon interessant werden. Die üblichen Verdächtigen wie Marille, Kirsche oder Zwetschke kann man nun wirklich nicht mehr sehen, äh, trinken. ms


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