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Jubel, Trubel, Gratis-Rubel

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

188.000 Euro beträgt der Listenpreis für den Sparpakets-Jubel, den sich die Regierung in der Woche gegönnt hat. Alle zahlen mit, dass wir einmal mehr Sätze lesen dürfen wie "Wir machen Therapie für Therapeuten“, Motto: Die Behindertenbetreuer und Sozialarbeiter schaffen sich den hohen Bedarf ja nur selber. Und erneut heißt es: "Es gibt keine Verlierer.“ Natürlich gibt es die. Was sonst sollen jene sein, denen die Betreuungsstunden zusammengestrichen werden? Oder die den Job los sind?

Außerdem verstößt die Regierung mit der Beilage gegen ihre eigenen PR-Richtlinien. Demnach müsste nämlich "eine Veröffentlichung des Namens sowie des Bildes des zuständigen Regierungsmitgliedes … unterbleiben“. Solcher Pipifax geht im Überschwang freilich gern unter. Keine Spur auch davon, dass, wie vorgeschrieben, das Corporate Design des Landes eingehalten würde: Die Beilage ist perfekt dem Layout der Zeitung angepasst und teils sogar von deren Redakteuren geschrieben. Vielen wird kaum aufgefallen sein, dass sie gerade eine bestellte PR lesen.

Zumindest könnte sich die Regierung einiges zu Herzen nehmen, das in der Beilage auch gesagt wird. Wifo-Chef Aiginger etwa meint, Einnahmen zu erhöhen mache durchaus Sinn. Das soll ja, geht’s nach den steirischen Roten, immer nur der Bund tun, selbst schieben sie es weit von sich. Er sagt auch: "Es ist ein Skandal, dass in unserem Schulsystem viele Schulabgänger mit 15 Jahren nicht sinnerfassend lesen können.“ Auch das ist in der Steiermark ein heißes Thema: Das Ergebnis davon, dass 1500 Kindern die Lernbetreuung gestrichen wird, werden wir in einigen Jahren anschauen müssen.

Gerlinde Pölsler leitet die Redaktion des steirischen Falter


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