Größte Allgemeine Verunsicherung

Steiermark | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Schwerkranke, die sich nicht ins Spital trauen, Väter, die nach Wien ins Obdachlosenheim ziehen: Die steirische Mindestsicherung macht Arme noch ärmer

Armutsbericht: Gerlinde Pölsler

Alois Krajnc, 62, hat sich den Galgenhumor bewahrt. Fragt man ihn, wie es ihm geht, sagt er, immerhin wohne er nicht neben dem AKW Fukushima. Früher, da hatte Herr Kranjc ein schnelles Leben: Er führte eine Werbeagentur mit vier Vollzeitangestellten, besaß außer der Stadt- noch eine Ferienwohnung und zwei Autos. "Dass man mit fünfzig so krank werden kann, dass man nicht mehr arbeiten kann, glaubt man ja nicht“, sagt er. Er bekam Gelenksarthrose und schwere Schmerzmittel, von Cortison bis zu Morphium. Konzentrieren konnte er sich damit nicht mehr, Kundentermine musste er immer öfter absagen. Drei Jahre später ging sich nicht einmal mehr ein Konkurs aus, Wohnungen und Autos waren weg und Bewerbungen erfolglos: "Mit einem Insolvenzler will keiner mehr was zu tun haben.“ Zum Sozialamt schaffte er es


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