Viele Arme, die Unterhalt für Kinder zahlen, bekommen gar nichts

Steiermark | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Sozialberater kennen das Problem meistens von Männern: Immer wieder sitzen Väter vor ihnen, die hohen Unterhalt für ihre Kinder zahlen und damit selbst unter die Armutsgrenze fallen - und dennoch keine Mindestsicherung bekommen. Das war auch schon bei der alten Sozialhilfe so. Und auch um Wohnbeihilfe, ORF-Gebühren-Befreiung und, und, und fallen sie um.

Doch es trifft auch Mütter. Frau O. hat vier Kinder, zwei davon bereits erwachsen, zwei leben seit einigen Jahren beim Ex-Mann, der ihr die Kinder weggenommen habe, wie sie sagt: Nach lange dauernder "Gewalt und Psychoterror“ habe sie aufgegeben. Frau O. bekommt eine Pension von 1079 Euro, davon zahlt sie 434 Euro für die Kinder, abzüglich Miete, Strom und Heizung bleiben ihr 220 Euro zum Leben. Damit läge sie unter der Mindestsicherungs-Grenze. Doch Unterhaltszahlungen werden für diese nicht berücksichtigt.

Die Meinungen, ob Unterhaltszahlungen für Transferleistungen berücksichtigt werden sollten, gehen auseinander. Manche meinen: Wie kommt die öffentliche Hand dazu, für derlei einzuspringen? Die Grazer Sozialstadträtin Martina Schröck, die etliche betroffene Männer mit sehr hohen Zahlungsverpflichtungen kennt, plädiert aber dafür, von Fall zu Fall zu entscheiden - und bei offensichtlicher Verarmung sehr wohl zu helfen. gp


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