Venedig, es geht auch anders!

Steiermark | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Die Biennale von Venedig könnte anders aussehen. Das zeigt eine Ausstellung mit Steirer-Beteiligung in Linz

Bericht: Herwig G. Höller

Niemand hatte Rudolf Schwarzkogler 1967 gefragt, ob er Österreich bei der Biennale von Venedig vertreten wolle. Nichtsdestotrotz entwarf der Künstler, er gilt als zentrale Figur des Wiener Aktionismus, in jenem Jahr ein Konzept, in dem er seinen hypothetischen Biennale-Beitrag im österreichischen Pavillon skizzierte: ohne Bilder und Skulpturen, aber mit realen Gegenständen wie einem Ziegenfell, Weingläsern, dazu Wasser, Wein, Milch - potentielle Accessoires einer Aktion. An eine Realisierung konnte Schwarzkogler, der bereits 1969 verstarb, seinerzeit unmöglich denken: Aktionisten galten damals noch mehr oder weniger als Staatsfeinde.

Die Grazer Künstlergruppe G.R.A.M., die sich seit Längerem mit Aktionismus-Reinszenierungen beschäftigt, lässt Schwarzkoglers eher unbekannte Venedig-Visionen nun in einer minimalistischen Arbeit hochleben. Freilich

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