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Letzte Vorstellung: eine Amour fou à la Grillparzer

Lexikon | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Die erste Burgtheaterpremiere der zu Ende gehenden Saison war auch die beste: Franz Grillparzers "Die Jüdin von Toledo“ in einer Inszenierung von Stephan Kimmig. Die Liebesgeschichte, die Grillparzer in dem zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten Drama erzählt, gehört zu den seltsamsten der Theaterliteratur. Ein erotisch wenig versierter Machtmensch (der König) trifft auf ein unschuldiges, irritierend anlassiges Mädchen (die Jüdin). Peter Jordan zeigt den König als verspielten Kindskopf, der die frisch erwachten Triebe nicht unter Kontrolle hat; Yohanna Schwertfeger als Rahel begnügt sich keineswegs mit der Opferrolle. Regisseur Kimmig betont zwar die politische Dimension des Stücks, in dem ja immerhin eine Jüdin zu Tode kommt. Den stärkeren Eindruck aber hinterlassen die Szenen, in denen die Liebe verrückt spielt. WK

BUrgtheater, So 19.00


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