Seinesgleichen geschieht  

Die Christianisierung der Ökonomie. Eine Sage aus dem alten Österreich

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Es lebten im frühmittelalterlichen Europa, als der Kaiser aus des Papstes Hand die einzige, nämlich die göttliche Legitimation seiner Macht bezog, zwei Missionare. Beide hießen sie übrigens Christian. Sie waren zu einem wilden Völkchen ausgeschickt worden, das jenen Landstrich besiedelte, den man heute "Österreich“ nennt. Dieser Landstrich zeichnete sich dadurch aus, dass er noch Inseln von gemeinschaftlichem Eigentum aufwies. In den Dörfern hatten sie Allmende genannte Anger, auf denen das Vieh aller Bauern weidete, und die Kranken- und Siechenhäuser gehörten mehrheitlich der Allgemeinheit.

Nicht, dass dieser Landstrich geradezu ein Widerstandsnest des öffentlichen Eigentums gewesen wäre, aber rundum stand es doch bereits erheblich anders. In der Hauptstadt des Landstrichs wurde der Wohnungsmarkt durch einen großen Teil öffentlichen Eigentums gemäßigt, das Verlautbarungswesen war öffentlich-rechtlich, ebenso die Versorgung mit Energie, der Müll wurde pünktlich von den


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