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Politik | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Österreichs Schulsystem trichtert Schülern zu viel Wissen ein. Der Lehrplan muss grundlegend umgedacht werden

Plädoyer: Ingrid Brodnig

Die österreichische Schule ist ein Relikt vergangener Tage. Sie stammt aus einer Zeit, als die Habsburger noch über ein Weltreich herrschten, als Lehrer zuallererst Autoritätsfiguren und erst ganz am Schluss Pädagogen waren und als Kinder Unmengen auswendig lernen mussten - ohne recht zu wissen, wofür.

"Es war ein stumpfes, ödes Lernen nicht um des Lebens willen, sondern um des Lernens willen, das uns die alte Pädagogik aufzwang. Und der einzige wirklich beschwingte Glücksmoment, den ich der Schule zu danken habe, wurde der Tag, da ich ihre Tür für immer hinter mir zuschlug.“ Das schrieb Stefan Zweig in seiner Autobiografie "Die Welt von gestern“. Er maturierte im Jahr 1899.

Zweigs Erkenntnis hat auch heute noch Gültigkeit. Ja, es hat sich im letzten Jahrhundert viel getan. Kinder müssen nicht mehr Schillers "Glocke“ auswendig lernen oder


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