Asyl für den Aufdecker

Politik | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Srebrenica-Enthüller Jovan Mirilo hat endlich Asyl in Österreich erhalten - nach einem skandalösen Verfahren

Bericht: Joseph Gepp

Im April 2007 wähnte sich Jovan Mirilo endlich am Ziel. In seiner serbischen Heimatstadt Sid hatte man ihn auf der Straße bespuckt, im Kaffeehaus bedroht und mit dem Auto angefahren. 50.000 Euro Kopfgeld hatte eine nationalistische Clique einstiger Kriegstreiber auf ihn ausgesetzt. Deshalb floh der Serbe, 46, mit seiner Frau und der kleinen Tochter Marija nach Österreich. "Mein Fall schien mir so klar“, sagt Jovan Mirilo heute. "In sechs Monaten kriegen wir Asyl, dachte ich 2007. Dann hat dieser Horror ein Ende.“

Am 26. Mai 2011 bekommt Mirilo, vertreten durch die Asylanwältin Nadja Lorenz, tatsächlich Asyl in Österreich. Nur sind nicht sechs Monate, sondern vier Jahre seit 2007 vergangen. Am selben Tag wird in Lazarevo - 70 Kilometer östlich von Sid - Ratko Mladic gefasst.

Der Fall des Srebrenica-Aufdeckers Jovan Mirilo, dem Ehrungen zuteil wurden


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