Nachgetragen  

Politik | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Polen, Serben und die Erzdiözese: Ottakrings kleiner Glaubenskrieg

Joseph Gepp

So bringt man sich in eine verfahrene Situation: Weil Wiens katholische Kirchen oft leer stehen, will die Erzdiözese einige der - in der Erhaltung teuren - Kirchengebäude an andere Christen verschenken: vor allem an die zahlreichen Wiener Serbisch-Orthodoxen, die Orte für ihre Gottesdienste suchen. Nachdem der erste Versuch - die Übergabe der prachtvollen Maria vom Siege am Gürtel - am Denkmalschutz scheiterte, glaubt Kardinal Schönborn nun in Ottakring fündig geworden zu sein. Dass die schlichtere Neulerchenfelder Kirche den Serben gegeben werden soll, scheint vonseiten der Diözese fix.

Mit einer Sache hat der Bischof aber nicht gerechnet: Gerade hier hält die polnische Gemeinde um Pfarrer Tadeusz Cichon ihre Messen ab. Im Gegensatz zur taufscheinkatholischen Mehrheit sind Wiens 36.000 Polen neben 50.000 Kroaten äußerst brave Katholiken. Ausgerechnet


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