Technik  

Die persönliche Zeitung auf Knopfdruck

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Prüfbericht: Thomas Vasek

Neue Technologien erweitern bekanntlich menschliche Möglichkeiten. Aber sie schaffen auch neue Probleme, zu deren Lösung es wiederum neue Technologien braucht. Das ist fast schon Hegel’sche Dialektik. So arbeiten Tausende App-Entwickler daran, die inneren Widersprüche von iPhone und Co aufzulösen.

Ein Beispiel zur Phänomenologie des mobilen Internets: Man stößt beim mobilen Surfen auf einen interessanten Text, will ihn aber erst später lesen. Und zwar auch ohne Internetverbindung. Aber wie geht das? Die Lösung heißt "Instapaper“.

Die genial einfache App speichert Webseiten offline auf iPhone oder iPad ab. Dazu wird im Browser ein Lesezeichen auf Basis von Javascript erstellt, das eine Verbindung zum Instapaper-Server herstellt. Klickt man auf dieses "Bookmarklet“, reduziert die App die jeweils aktuelle Seite aufs Wesentliche und stellt sie in einem übersichtlichen Layout bereit - als eine Art persönliche Zeitung. Alternativ dazu kann man die URL an eine Instapaper-Mailadresse schicken. Und wer will, kann die Inhalte auch per Facebook oder Twitter teilen. Das ist zwar nichts für Datenschutzparanoiker und Leute, die auf fragwürdigen Seiten noch fragwürdigere Texte lesen - sonst aber ein enormer Komfortgewinn. Die List der Geschichte: Mit Instapaper entfaltet sich das iPad-an-sich vom Onlinespielzeug zum praktischen Offline-Lesegerät. Und so dürfen wir mit Hegel weiterhin hoffen, dass das Vernünftige wirklich wird - und das Wirkliche vernünftig.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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