Und ewig lockt der Wal

Feuilleton | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Melvilles "Moby Dick“ wird 160. Das Burgtheater feiert mit und präsentiert neue Lesarten des Überbuchs

Literaturgeschichte: Sebastian Fasthuber

Es wird ein seltsames Buch werden, fürchte ich“, schrieb Herman Melville am 1. Mai 1850 in einem Brief an seinen Autorenkollegen Richard Henry Dana. "Walspeck ist Walspeck. Man kann Öl daraus gewinnen, aber die Poesie rinnt so zögerlich heraus wie Saft aus einem gefrorenen Ahornbaum.“

Melville rang mit seinem "Moby Dick“, und er ahnte, dass es das Buch nicht leicht haben würde. Tatsächlich setzte der US-Schriftsteller mit diesem monströsen Werk 1851 seine bis dahin vielversprechend verlaufene Karriere als Verfasser von exotischen Südseeromanen wie "Omoo“ (1847) für immer in den Sand und fristete danach ein von Lesern wie Kritikern kaum wahrgenommenes Schattendasein. Als er 1891 starb, war er weithin vergessen und völlig verarmt. Seine Bücher waren da schon lange vergriffen, auch "Moby Dick“.

Ein Melville-Revival folgte erst in


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