Kraliceks Festwochentagebuch  

Richard Wagner im Wohnzimmer und Georg Friedrich als Franzose

Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (5)

Feuilleton | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Wolfgang Kralicek sieht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Dienstag, 7. Juni: Liebes Tagebuch! Bevor ich heute in die Halle G ging, habe ich ein wenig in dir geblättert. 2007 habe ich über die achtstündige Aufführung "Gatz“ der New Yorker Gruppe Elevator Repair Service geschrieben, in welcher der gesamte Roman "Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald vorgelesen wurde: "Am Ende verlässt man die Halle G mit dem Gefühl, ein ganzes Buch gelesen und einen tollen Theaterabend erlebt zu haben.“ Zwei Jahre später war die Truppe wieder da, diesmal mit dem ersten Kapitel aus William Faulkners polyphoner Familiensaga "The Sound and the Fury“, und ich zitierte ein SMS, das mir Klaus Nüchtern dazu geschickt hatte: "Eine der enervierendsten Aufführungen meines Lebens.“

Heuer zeigten Elevator Repair Service in der Halle G den letzten Teil ihrer Romantrilogie, und die Aufführung war weder so originell wie der erste noch so sperrig wie der zweite Teil. "The Select (The Sun


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