Festival  Tipp Klassik

Schulhoff, Klein und Schönberg bei Laudon

Extra | Miriam Damev | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Das Wasserschloss in Penzing steht ganz im Zeichen erlesener Kammermusik. Künstlerischer Leiter ist das Aron Quartett aus Wien, das sich hier der Interpretation ausgewählter Werke von Komponisten, die dem Naziregime zum Opfer gefallen sind, widmet. 2011 steht Erwin Schulhoff (er starb 1942 in einem Lager in Bayern) im Zentrum. "Freizeitgestaltung“ nannten die Nazis die "Kulturaktivitäten“ im Lager Theresienstadt. Hochbegabte Komponisten ließen ihre Werke von Spitzeninterpreten spielen, unter ihnen Viktor Ullmann und Gideon Klein. Häftling Klein komponierte unermüdlich; das Streichtrio (1944) war das letzte Werk des talentierten Komponisten, der 1944, kurz nach seinem 25. Geburtstag, nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Am 18. August wird es aufgeführt, ebenso wie das Streichquartett Nr. 3 (1943) seines Mithäftlings Viktor Ullmann. Der 17. August ist der Familie Schönberg gewidmet. Zu Gast ist Arnold Greissle-Schönberg aus New York. Er wird über seine Kindheit im Hause seines Großvaters sprechen. Weiterer Höhepunkt: die österreichische Erstaufführung der Klavierstücke (1944) von Georg Schönberg, dem Sohn Arnold Schönbergs, der die Nazizeit in Österreich überlebte.

Kammermusikfestival Schloss Laudon, 16.-21.8., www.schlosslaudonfestival.at


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