Festival  Tipp

Woyzeck schräg im Museumsquartier

Extra | Heinz Rögl | aus FALTER 24/11 vom 15.06.2011

Georg Büchners Fragment gebliebener Woyzeck, der zum Mörder seiner Freundin Marie wird, einmal nicht als Drama oder Oper von Alban Berg, sondern als Musical-Spektakel. Die Intendantin Kath(ar)i(na) Zechner der Vereinigten Bühnen Wien versprach, ab und zu etwas "Schräges“ produzieren zu wollen. Nun kommt im Museumsquartier im Herbst "Woyzeck & the Tiger Lillies“ als Musical-, pardon, "Musiktheater“-Event neu heraus.

Die szenische Umsetzung - Stephanie Mohr inszeniert - sollte den Soldaten Franz Woyzeck, der von seinen Vorgesetzten drangsaliert, gedemütigt und gequält wird (darunter: Ben Becker als Hauptmann, Joachim Bissmeier als Doktor), als einen Getriebenen zeigen, der das wahre Opfer ist. Stimmen befehlen ihm, Marie umzubringen, als er sieht, dass sie mit einem Tambourmajor tanzt. Die Musik mit den Liedern und Texten der britischen Kultband soll die Dimensionen der inneren Genesis bis hin zum Mord an Marie neu - und "erschreckend“ beleuchten. Da will Martyn Jacques, Frontman des Trios "Tiger Lillies“, mit seinen neuen Songs einhaken: Das sei doch das "Home territory“ seiner Band: "… all about whores and soldiers, poverty and brutality, exploitation and murder, guilt and madness.“ Für die Darstellung der dörflich-militärischen Außenwelt sorgt noch eine oberösterreichische Blaskapelle, die musikalische Gesamtleitung macht Routinier Christian Kolonovits. Der Charakterschauspieler Raphael von Bargen, der etliche Male am Burg- und vor allem am Volkstheater spielte (Theater muss von "Konflikten und Emotionen, die den Brustkorb zersplittern“, erzählen, sagte er einmal in einem Interview), gibt den Woyzeck, Ruth Brauer-Kvam seine Marie, Xaver Hutter den Tambourmajor.

Museumsquartier Halle E, ab 24.9.


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