Auf dem Ring rockt das barocke Megarave

Lexikon | Matthias Dusini | aus FALTER 25/11 vom 22.06.2011

Der Kunstkaiser Hans Makart in Belvedere und Künstlerhaus

Hans Makart (1840-1884) war der Star der Wiener Ringstraßenzeit, sein Atelier war der Mittelpunkt der Wiener Gesellschaft. Das Belvedere und das Wien Museum widmen diesem Erfolgkünstler zwei Ausstellungen.

Im Zentrum der Belvedere-Schau steht das malerische Werk Hans Makarts, das auch in einen internationalen Kontext gestellt wird. Zu sehen ist etwa sein zehn Meter langes Monumentalwerk "Venedig huldigt Caterina Cornaro“.

Die von dem bedeutenden Kunstmäzen und Industriellen Nicolaus Dumba bei Makart in Auftrag gegebene Gestaltung seines Arbeitszimmers wurde stilbildend für die Innenausstattung der Ringstraßenzeit. Das Dumbazimmer wird in einer Teilrekonstruktion präsentiert. Auch Makarts Beschäftigung mit der Fotografie, die er als Werkzeug, Werbemittel sowie zur Inspiration nutzte, wird beleuchtet.

Die Ausstellung im Künstlerhaus stellt das Atelier Makarts als mythischen Ort vor. Die märchenhafte Exotik der theatralisch inszenierten Kuriositäten und Kostbarkeiten aller Zeiten und Länder war Inspiration und Dekoration.

Im Künstlerhaus sind auch einige von Makarts Damenporträts zu sehen, in denen der Künstler sein Gespür für Farbtöne einsetzte. Ein zentraler Raum der Ausstellung widmet sich dem "Makart-Festzug“, der zur Feier der Silberhochzeit des Kaiserpaares über den Ring rollte. In nur wenigen Wochen ersann der "Zeremonienmeister“ ein Massenevent, dessen bildnerische Vorlagen nun aus dem Archiv geholt wurden.

Unter dem Titel "Gemalte Musik“ wird Makarts Beziehung zu Richard Wagner nachgegangen. Makart verehrte Wagner und richtete 1875 für ihn eines seiner berühmten Atelierfeste aus. Außerdem entstand der achtteilige Bilderzyklus zum "Ring des Nibelungen“.

Hans Makart: bis 9.10. im Unteren Belvedere, bis 16.10 im Künstlerhaus


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