Die blaue Kanzleranmaßung

Politik | aus FALTER 25/11 vom 22.06.2011

Die FPÖ gibt sich neuerdings staatstragend und regierungsfähig. Dabei ist ihre größte Stärke nur die Schwäche ihrer Gegner

Analyse: Barbara Tóth

Heinz-Christian Strache hatte sich für seinen großen Auftritt in die klassische Kanzlerkluft geworfen: dunkler, schmal geschnittener Anzug, weißes Hemd, weinrote Krawatte. Auch was Strache den rund 600 Delegierten am FPÖ-Bundesparteitag vergangenen Samstag in der hypermodernen Stadthalle Graz zu sagen hatte, passte zum von ihm gewählten Zwirn. Nicht die gewohnte Oppositionsrhetorik alleine, sondern auch bemühte "Wir machen es besser“-Beteuerungen prägten Straches Rede. Die Freiheitlichen hätten nicht nur die richtigen Themen, sondern auch ein "rot-weiß-rotes Zukunftskabinett des Mutes, der Energie und des Weiterdenkens“ aufzubieten, und zum Beweis spickte Strache seine Ausführungen immer wieder mit Namen möglicher Ministerkandidaten. "Nicht bei uns ist die Regierungsfähigkeit anzuzweifeln, sondern bei Rot-Schwarz“, diese

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