"Ich bin nicht der Kaiser von China“

Politik | aus FALTER 25/11 vom 22.06.2011

Am Sonntag wählen Österreichs Muslime Fuat Sanac zu ihrem Präsidenten. Was man von ihm erwarten kann - und was nicht

Analyse: Stefan Apfl

Fuat Sanac lehnt sich zum Fenster seines kleinen Büros hinaus und hört sich am Handy gereizt immer dieselben Fragen an: Was der künftige Ober-Muslim über Kopftücher und Minarette denke? Ob er Terror und Fundamentalismus verurteile? Und wie viele seiner Gegner er k.o. geschlagen habe?

"Sind das nicht kindische Fragen?“, fragt Sanac, 57, gebürtiger Türke und Islamlehrer, zu Beginn des Gesprächs mit markigem Akzent: "Ich bin nicht der Kaiser von China.“ Vielmehr wolle er über soziale Probleme sprechen, über Jugendkriminalität und Arbeitslosigkeit etwa.

Mehr als 500.000 Muslime leben in Österreich. Von den 125.000 Mitgliedern der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGIÖ) fanden nur 20.500 den Weg zur Urne, womit die Funktionäre nur den Willen von fünf Prozent der Muslime repräsentieren. Ehe die 61 gewählten Mitglieder des Schurarates, des


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