Kritik

Der diskrete Charme der Stachelwelse

Lexikon | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Als "paranoisch kritische Methode“ nannte Salvador Dalí seine Art, traumgleiche Vorstellungsbilder in sichtbare Malerei umzusetzen. Im 20. Jahrhundert zählt der Surrealist (1904-1989) zweifellos zu denjenigen Persönlichkeiten, die ihren Grenzgang zwischen Kunst und Wahn authentisch vertraten. Surreale Bildwelten haben im letzten Malereiboom wieder viel Aufwind erlebt, meist allerdings in Zitatform und ohne dass jemand eigene Halluzinationen behaupten würde. Die Kunsthalle greift in der Schau "Le Surréalisme, c’est moi“ den Trend spät auf und überzeugt nur teilweise. Der Schau, die vier andere Positionen mit dem Spanier zusammenspannt, lockt am Plakat mit Dalí, hat aber nur wenig gute Arbeiten von ihm zu bieten.

Am besten gelingt die Dopplung noch mit Louise Bourgeois, die ihre Kunst auch stets aus ihren Albträumen erklärt hat. Das Herzstück der Schau bilden zwei Vitrinen mit Kleinskulpturen der Künstlerin, die immer wieder fragmentierte Körper, Deformationen und aufgeladene


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