Kolumne  

Afghanistan: warum der Westen die moderaten Taliban braucht

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Eine Reihe geopolitischer Identitätskrisen bestimmt das derzeitige außenpolitische Bild: Die EU wird durch die Griechenland-Insolvenz zur Entscheidung zwischen stärkerer Integration oder Rückfall in die nationalen Egoismen gezwungen. Die Nato erfährt durch die Uneinigkeit über ihren Libyen-Einsatz, dass sie keine klare Zielsetzung mehr hat. Und die USA stellen ihre Strategie in Afghanistan auf den Kopf, die zurzeit massivste Militärintervention des Westens.

Letzteres scheint wenig Aufsehen zu erregen, trotz weitreichender Folgen. Denn im nächsten Jahr entscheidet sich Barack Obamas zweite Amtszeit - sie ist alles andere als sicher. Jetzt räumt er wenigstens ein Hindernis aus dem Weg. Das militärische Engagement in Afghanistan wird reduziert, die Afghanen sollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Bis Ende 2012 wird ein Drittel der US-Truppen das Land verlassen. Dann bleiben immer noch doppelt so viele wie zu Beginn von Obamas Präsidentschaft, aber zu wenige, um die Rückkehr


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