Der muslimische Mustergardist

Politik | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Bevor Maqsood L. ein afghanisches Terrorcamp absolviert und gegen Nato-Truppen gekämpft haben soll, diente er bei der österreichischen Garde. Wie gefährlich sind Österreichs "homegrown terrorists“?

Reportage: Stefan Apfl

Jedes Mal, wenn ein Journalist die Maria-Theresien-Kaserne in Wien-Hietzing besuchte, holten sie den bärtigen Soldaten Maqsood L. Er führte die Besucher in den Gebetsraum, in dem er sich fünfmal am Tag in Richtung Mekka beugte, und erzählte stolz davon, wie es sich anfühlt, als Muslim seinem Vaterland mit der Waffe in der Hand zu dienen.

Die Garde des österreichischen Bundesheeres war ein Vorzeigeprojekt und Maqsood L. war ihr strenggläubiger Mustergardist. Mehr noch, er war Soldatenvertreter, also das "Verbindungsorgan“ zwischen Heer und Muslimen.

Kurz nachdem der Wiener seine Wehrpflicht abgeleistet hatte, verschwand er plötzlich. Nach zwei Jahren, in denen L. wie vom Erdboden verschluckt war, tauchte er Mitte Mai ebenso plötzlich wieder auf. Deutsche Sicherheitsbehörden

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