Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Bitterböse Satire

Humor in der Politik ist ein seltenes Gut, umso mehr erfreut es, wenn die Literatur ein wenig aushilft. Wir erinnern uns, dass die österreichische Grünen-Chefin Eva Glawischnig mit der Forderung empörte, man möge Zigarettenautomaten abmontieren, um Kinder vom Rauchen abzuhalten.

Schon vor über zehn Jahren lieferte der amerikanische Autor Christopher Buckley eine bitterböse Satire auf das Geschäft mit dem Tabak. Hauptfigur ist der PR-Profi Nick Naylor, der für die Zigarettenindustrie arbeitet. Manipulierte Studien, Lobbying, Politik am Gängelband der Großindustrie - all diese Themen berührt Buckleys Roman, der im Jahr 2005 auch verfilmt wurde.

Zu den lustigsten Szenen gehören jene vom Stammtisch Naylors, zu dem ein PR-Mann der Waffenlobby sowie die Pressefrau der Alkoholindustrie gehören. So viel politisch Nicht-Korrektes, wie dort geplaudert wird, hört man nur noch selten. Das Buch ist feiner Lesestoff für alle, die beruflich fremde Meinungen vertreten müssen. BT

Christopher Buckley: Danke, daß Sie hier rauchen, 349 S., ab € 4,- gebraucht erhältlich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige