Giftiger Espresso: Eine Sommerliebe und die Abgründe der Geschichte

Feuilleton | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Sabine Grubers Roman ist derart reich an Motiven, Themen und Geschichten, dass schon eine grobe Inhaltsangabe den Platz für diese Besprechung sprengen würde. Eine große Leistung der Autorin besteht darin, wie sie das Material arrangiert hat, denn überfrachtet wirkt das Buch nicht. Und auch die Orientierung in dem ungewöhnlich gebauten Roman fällt nicht schwer.

"Stillbach oder Die Sehnsucht“ hebt an mit dem plötzlichen Tod von Ines, einer zurückgezogen in Rom lebenden Südtirolerin. Ihre Jugendfreundin Clara Gruber macht sich auf den Weg, um Ines’ Wohnung aufzulösen. Sie findet darin das Manuskript eines Romans, dessen Inhalt auch detailliert wiedergegeben wird und gut die Hälfte von Sabine Grubers Roman einnimmt. Es erzählt vom Sommer 1978, als Ines im Hotel Manente in Rom einen Ferialjob hatte, und von der Hotelchefin Emma Manente, die ursprünglich aus Stillbach stammte und als Dienstmädchen nach Rom kam.

Clara wird nicht nur von der Lektüre, die zahlreiche Echos aus der


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