Liebe auf den zweiten Blick

Feuilleton | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Die Ausstellung Beziehungsarbeit analysiert das heikle Verhältnis zwischen Künstlern und Institutionen

Ausstellungsrezension: Nicole Scheyerer

Burschenschafter diskutieren vor einem Kandinsky, Mutter und Sohn spielen vor Jackson Pollocks Spritzbild, und junge Männer in Shorts lauschen Erklärungen zu einst als "entartet“ diffamierter Kunst. Als der Kunststudent Hans Haacke 1959 auf der Documenta 2 in Kassel jobbte, interessierte ihn das Publikum mindestens ebenso sehr wie die Kunst.

Haackes Fotografien von damals hängen nun in der facettenreichen Ausstellung "Beziehungsarbeit“ im Künstlerhaus. Sie stellen seine erste Beschäftigung mit einer Soziologie der Kunst dar, für die der Konzeptualist ab den 70er-Jahren bekannt wurde. In Kassel hätte er seinen unschuldigen Blick verloren, erzählte Haacke bei einem Vortrag. Bei den Vorbereitungen zur Documenta habe er miterlebt, wie Künstlerkarrieren gemacht werden.

Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Künstlervereinigung Künstlerhaus


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