Stadtrand 

Kleiner Ausflug nach Los Angeles? Bitte schön!

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Man muss Wien nicht unbedingt verlassen, um plötzlich ganz woanders zu sein. (Man muss dafür auch keine Drogen nehmen, falls Sie an so was gerade gedacht haben.) Dass Wien immer auch gleichzeitig woanders ist, stellt sich an jeder Straßenecke heraus. Gut, das mit China ist einfach. Muss man bloß das Pappmaschee-Drachentor eines x-beliebigen Chinarestaurants anschauen. Und Ziegelfabriken sehen immer so aus wie Manchester. Das Skylinechen am Wienerberg ist, sagen wir mal, New York und das Mumok der Todesstern aus "Star Wars“. Jetzt im Sommer sollte man unbedingt einen Ausflug auf die Höhenstraße machen. Wer keinen Buick hat, nimmt das Rad. Damit kommt man sich zwar ein bisschen weniger vor wie im David-Lynch-Film. Aber nirgends ist Wien so sehr Mulholland Drive wie auf der Höhenstraße nach Einbruch der Dämmerung. Und, hey!, da unten ist nicht Döbling, das ist doch Hollywood. Auf der Rückfahrt schauen wir noch kurz bei den Pitts-Jolies vorbei. Auf einen Long Island Iced Tea. Aber nicht vergessen, das Rad abzusperren!


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