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Plumpsklo statt Sozialismus

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 26/11 vom 29.06.2011

Herwig G. Höller sitzt in allen Ressorts im Steiermark-Falter

Schwarzenegger for president“ - das Graffito in Graz ist schon ziemlich verblasst: 1992, bevor sich Thomas Klestil bei den Österreichern um das höchste Amt im Staate bewarb, war kurz gescherzt worden, ob sich nicht auch er für diesen Job interessieren könnte. Tat er nicht. Er drehte Blockbuster und ließ sich schließlich zum Governor Kaliforniens wählen.

In Österreich lief es danach mit ihm nicht so gut: Von Schwarzenegger durchgewunkene Exekutionen sorgten für das unrühmliche Ende des "Arnold-Schwarzenegger-Stadion“. Dass er Österreich mehrfach als "sozialistisch“ bezeichnete, kam auch gerade bei seinen konservativen Freunden hierzulande nicht wirklich gut an.

Schwarzeneggers U.S.-Politkarriere ist einstweilen zu Ende, deren Bilanz fällt ernüchternd aus, mit aktuellen privaten Problemen hat er sein Image in den USA beschädigt. Was tun? Obwohl er hier nichts mehr werden will, setzt er wieder auf Österreich - vergangene Woche besuchte er die Staatsspitze. Im Ernst: Täte ein bisschen mehr Schwarzenegger nicht auch der Alpenrepublik gut? Da gäbe es mehr inspirierende Präsentationen über grüne Wirtschaftswunder wie etwa in Güssing. Und auch vom bösen "Sozialismus“, der den U.S.-Wähler ansprechen sollte, ist jetzt keine Rede mehr. Dafür von Mozart, Kaiserschmarrn und Wienerschnitzel. Und dann erst dieses Plumpsklo! Der most famous Exilsteirer hatte es in seinem künftigen Heimathausmuseum in Thal bei Graz wieder installieren lassen. Auf dass die die guten, alten Wirtschaftswunder-Neunzehnfünfziger wieder hochleben! Das macht Hoffnung, gerade in der Ära der "Pleite-Griechen“.


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