Gefühle sind klassisch

Extra | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Griechische Tragödien, barocke Opern, neorealistische Filme: Der zeitgenössische Tanz entdeckt die Klassiker

Analyse: Elfi Oberhuber

Dass sich Tanz-Zeitgenossen für klassische Stoffe oder sogar Opern ereifern, ist auf den ersten Blick nicht selbstverständlich. Auf den zweiten Blick dafür umso mehr. Bei ImPulsTanz beschäftigen sich heuer ein paar echte Kapazunder mit dem "alten“ Genre. Es geht natürlich nicht um die Operninszenierung - und wenn doch, dann wird die konventionelle Erzählweise unterschwellig verhöhnt.

Der Knackpunkt des Interesses liegt in den Grundthemen der Werke, in den großen, intimsten Emotionen, die über Jahrhunderte zu klassischen Archetypen geworden sind. Die Stücke werden fast ganz darauf reduziert: die verhinderte große Liebe zwischen Mann und Frau beim Kanadier Édouard Lock, die Bruderbeziehung beim Italiener Emio Greco und seinem niederländischen Partner Pieter C. Scholten, die instinktive Mutteridealisierung bzw. Vaterrivalität beim Belgier Wim Vandekeybus.


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