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Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Die Küche, dieses nigelnagelneue Herzstück des Hauses, ist seit vergangener Woche um ein Eck ärmer. Das Eck ist zwar nicht groß, aber aus der schwarzen Frontwand, die Besuchern bislang als Erstes ins Auge stach, sticht jetzt eben umso weißer dieses kinderdaumengroße Eck hervor.

Absicht war keine im Spiel, und die Fahrlässigkeit als grob zu bezeichnen, wäre übertrieben. Die Küche, der Kasten, schon war es geschehen. Was soll man sagen? Vielleicht, dass die schwarz-weiße Blade-Runner-Küche an Charakter gewonnen hat? Besser nicht.

Wie wäre es mit: Kochen kann man nach wie vor. Nach der antifleischlichen Empörung, die Ingrid Brodnig in der Vorwoche mit einem unschuldigen Rindssteak ausgelöst hatte, erregte Lisa Kiss’ vegetarisches Gegenprogramm einen Massenauflauf.

Andererseits mangelt es auch nicht an zumindest indirekt Tatbeteiligten. Schließlich hätte etwa Joseph Gepp im richtigen Moment das rettende "Vorsicht!“ hervorstoßen können, anstatt sich zum Nichtstun auf eine Mittelmeerinsel zu verfügen. Auch Birgit Wittstock hätte etwas sagen können, aber sie telefonierte ja lieber auf Rumänisch mit Rumänen. Gewiefte Juristen könnten auch Nina Horaczek eine Vorbereitungshandlung anhängen. Schließlich hat ihre Rückkehr aus der Bildungskarenz den Umzug erst notwendig gemacht.

Vor jener Fensterscheibe, durch die Florian Klenk Redakteure bislang auf ihren Wegen kontrollierte, steht jetzt jedenfalls ein Kasten. Dadurch fällt nun weniger Licht in den Flur, wodurch das ausgeschlagene weiße Eck in der schwarzen Küche gleich weniger weiß wirkt.


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