Seinesgleichen geschieht  

Was wir über Strauss-Kahn wissen wollen (alles über Sex) und was nicht

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Die Formulierungskunst der Interpreten erreicht in sexuellen Dingen besonders vorschnell ihre bescheidenen Höhepunkte. Gern werden anthropologische Konstanten beschworen. Wenn sich anthropologische Konstante mit journalistischem Defizit paart (wenn man das so sagen darf), dann haben wir den Beginn des sogenannten Sommerlochs erreicht. Sex sells, die Yellow Press aller Nationen zündet Dominique Strauss-Kahn eine Kerze an.

Ich schlage vor, aus gegebenem Anlass ein wenig von Politik zu reden. Der Franzose Dominique Strauss-Kahn, Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds, war als Politiker in dem Augenblick erledigt, als er in Handschellen vor ein New Yorker Gericht geführt wurde, angeklagt, am 14. Mai ein Zimmermädchen im New Yorker Sofitel vergewaltigt zu haben. Das Vorgeführtwerden war bereits das Urteil.

Justizkenner geben sich ohnehin nicht der Illusion hin, es gehe vor Gericht um Gerechtigkeit. Es geht nur darum, wessen Rechtsanwalt sich besser durchsetzt. Es war zu erwarten und wurde


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