Kommentar  

Freiheitliches Europa: Strache und die Schmuddelkinder

Europaparlament

Falter & Meinung | Nina Horaczek | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Es gibt verschiedene Arten, sich die Welt schönzudeuten. Eine davon hat FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache letzte Woche präsentiert.

Seine Partei ist jetzt auch Europapartei. Die FPÖ ist dem europaweiten Parteienzusammenschluss "Europäische Allianz für die Freiheit“ beigetreten, in der sich alle sammeln, die Europa furchtbar finden. Das hat einige Vorteile. Zum Beispiel, dass es für die neue Europapartei der Anti-Europäer alleine dieses Jahr etwa 370.000 Euro Förderung der eigentlich verhassten EU geben wird.

Es hat aber auch so manchen Nachteil. Jetzt zeigen sich nämlich wieder einmal die wahren Freunde der Freiheitlichen in Europa. Da gibt es nicht nur Parteien wie die UK Independence Party (UKIP), die zwar extrem konservativ ist und als einziges Ziel den Austritt ihres Landes aus der EU hat. Es gibt auch echte Schmuddelkinder darunter. Solche, für die sich sogar der FPÖ-Chef schämt - und die er anscheinend am liebsten unter den Teppich kehren möchte.

Die Jobbik zum Beispiel. Eine Partei aus Ungarn, die mit ihrem offenen Antisemitismus sogar die Freiheitlichen rechts außen überholt und die über einen eigenen paramilitärischen Arm verfügt, der mit Vorliebe in Roma-Vierteln aufmarschiert und Angst verbreitet.

Also sagt die FPÖ, sie würde niemals mit der Jobbik zusammenarbeiten. Sondern kooperiere bloß mit der ungarischen EU-Abgeordneten Krisztina Morvai. Die war aber zufälligerweise Spitzenkandidatin der Jobbik bei der EU-Wahl und hat auf ihrer offiziellen EU-Homepage "Jobbik“ als politische Zugehörigkeit stehen. Blöd, wenn man Freunde hat, die man sogar vor den eigenen Wählern verstecken muss.


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