Gefühlsgemeinschaft der Unzufriedenen

Politik | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Die Regierenden haben keinen Plan, die Regierten liefern ihnen Straßenschlachten. Aber das gemeinsame Gefühl der Unzufriedenheit kann Politik nicht ersetzen

Analyse: Robert Misik

Empörung“ ist wohl das europäische Wort dieses Frühsommers. Die jungen Spanier, die die Hauptplätze ihrer Städte besetzt haben, nennen sich selbst "Indignados“ ("Die Empörten“), ein paar Hundert Kilometer weiter nördlich rufen die "Indignés“ von Frankreich: "Paris, wach auf!“ In Griechenland halten die "empörten Bürger“ den Syntagma-Platz besetzt, Gewerkschaften streiken gegen das Sparpaket, und die wilden Straßenschlachten sind nur Illustration dafür, dass das Land am Rand einer sozialen Explosion steht.

"Empört euch!“, die schlanke Protestfibel des 93-jährigen französischen Résistance-Veteranen Stéphane Hessel hat buchstäblich das Stichwort geliefert für eine Gemengelage aus wütendem Protest, Rebellion oder einfach nur Unbehagen.

Die Empörung! Sie ist ein sonderbarer politischer


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