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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Die Neurobiologie der Wähler

Politik ist nicht emotional. Wähler sind es. Angst und Hoffnung, Optimismus und Pessimismus bestimmen die Stimmabgabe und verändern die politische Kommunikation. Der Sammelband "Emotions in Politics and Campaigning“ präsentiert das Programm einer Konferenz zum Thema. In 14 Vorträgen behandeln Forscher die Rolle der Emotionen und ihre Auswirkungen auf Parteien und Politik. Analytisch bis praktisch, immer dem roten Faden folgend: Wie funktioniert unser Gehirn, wenn wir Entscheidungen treffen, und wie kann man diesen Prozess beeinflussen? Das Ergebnis überrascht wenig. Entscheidungen treffen wir unterbewusst aufgrund von Vorlieben und Erfahrung, auch bei Wahlen.

Paulina Parvanov

Christoph Hofinger, Gerlinde Manz-Christ (Hg.): Emotions in Politics and Campaigning. Prestigebooks, 206 S., € 25,-

Die Stadt(planung) neu denken

Er zählt zu jenen Intellektuellen, die bei wohlfeilen Aufzählungen in Wien wirkender Geistesgrößen meist ungenannt bleiben: der Architekturtheoretiker Georg Franck, Autor so bedeutender Bücher wie "Ökonomie der Aufmerksamkeit“ und "Mentaler Kapitalismus“ (beide Hanser), lehrt an der TU Wien. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Merkur widmet er sich einem Phänomen, das er "die urbane Allmende“ nennt. Allmende hieß im Mittelalter das gemeinschaftliche Eigentum, der Dorfanger oder die Almen. Durch egoistisches Handeln auf ihren individuellen Vorteil bedachter Individuen wird die Allmende zerstört; dass die Individuen damit die Basis ihrer gesellschaftlichen Existenz zerstören, kümmert sie erst, wenn es zu spät ist. Franck zeigt in einem klar und schnörkellos geschriebenen Essay auf, dass die Allmende ein Begriff ist, der dem Städtebau zu neuen Perspektiven verhelfen könnte. at

Merkur. Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken, Heft 746. Klett Cotta, € 12,-


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