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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Wie macht man eine rechtsextreme Partei salonfähig? Vermutlich so, wie es der Standard am Wochenende tat. "Unser Strache ist der Schönste“, lautete die Überschrift des Sommergesprächs, das der jüdische Maler Arik Brauer mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache führte. Die rechtsextreme Vergangenheit des FPÖ-Chefs entschuldigt Brauer schnell. Er sei als junger Kommunist auf "dieselbe Lagerfeuerromantik reingefallen wie die Nazi-Buben“. Schnell sind sich beide einig: "Die FPÖ hat zu Recht erkannt, dass es ein Integrationsproblem bei Muslimen gibt. Imame sollen auf Deutsch predigen, wer Hass verbreitet, muss rausfliegen - oder in den Häfn“, sagt nicht Strache, sondern Brauer. Strache lädt den Maler dafür in den FPÖ-Parlamentsklub ein. Und der Moderator des Standard bleibt dezent in Hintergrund.

Seltsam, dass ein liberales Blatt der FPÖ so eine Bühne schenkt. Weniger verwunderlich, wem das gefällt: Erster Gratulant zum Standard-Sommergespräch war die Kronen Zeitung.


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