Das kirgisische Leuchten

Feuilleton | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Der Held aus Aktan Arym Kubats Film "Svet-Ake“ lebt eine Politik der Gefühle. Die Politik der Mächtigen holt ihn trotzdem ein

Filmkritik: Michael Pekler

Gegen Ende des Films klettert Svet-Ake ausnahmsweise nicht auf einen Strommast, sondern auf einen Baum. Ein kleiner Junge sitzt jämmerlich in der Baumkrone fest, unten laufen Männer hin und her, um den Buben im Fall des Falles aufzufangen. Nur Svet-Ake klettert sofort zu ihm hinauf. Was er denn da oben mache, will Svet-Ake wissen. Er sei bloß neugierig gewesen, was es hinter den Bergen zu sehen gebe, antwortet der Bub. Das habe er früher auch wissen wollen, meint Svet-Ake und zeigt auf den Mond, den man am Nachmittagshimmel bereits entdecken kann. "Hast du noch immer Angst?“, fragt er. "Nein? Das ist gut, dann können wir ja wieder hinunterklettern.“

Diese kurze Szene bildet das Herzstück von "Svet-Ake“. Sie zeigt einen Mann, der durch seine Entschlusskraft auffällt, seine Träume aber noch nicht aufgegeben hat. Entlang solcher


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