"Man muss nur oft genug bitten“

Stadtleben | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

Betteln mit Straßenzeitungen in der Hand: Für die einen ist es ihr tägliches Brot, die anderen nervt es. Unterwegs mit Kolporteuren, die eigentlich keine sind

Reportage: Birgit Wittstock

Auf vollbesetzten Enzis knotzen eisschleckend Touristen. Zwei Schwangere nippen an ihren Frappuccinos to go und klagen über die Hitze der vergangenen Woche. Im Gastgarten, die Sessel nach den letzten Sonnenstrahlen ausgerichtet, trinken Mädchen in flatternden Sommerkleidern Aperol-Spritz. Einer dieser lauen Sommerabende im Museumsquartier eben. Ein Augustin-Verkäufer dreht eine Runde im Hof, etwa zehn Minuten später kommt der nächste.

Kaum sind fünf Minuten vergangen, da betritt ein junger Mann mit dem MO, der Straßenzeitung des Vereins SOS Mitmensch, den Innenhof. Im Gegensatz zu den beiden Augustin-Kolporteuren trägt er keinen Ausweis. Er geht von Enzi zu Enzi; zwei zerknitterte, alte Ausgaben in den Händen. Wann immer er stehen bleibt, sagt er in gebrochenem Deutsch: "Bitte eine Spende. Hast


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