Caritas-Chef Michael Landau: "Bettelnde Menschen sind der Stachel im Fleisch unserer Gesellschaft. Ohne hinzusehen, kann man Armut nicht bekämpfen ...

Stadtleben | aus FALTER 27/11 vom 06.07.2011

 Seit Frühjahr dieses Jahres steht in Wien nicht nur aggressives Betteln und Betteln mit Kindern unter Strafe, sondern auch gewerbsmäßiges Betteln: Bis zu 700 Euro oder eine Woche Arrest drohen an Strafe. Denn Betteln ist hierzulande kein Beruf. Dabei ist die Bettelei vermutlich so alt wie die Menschheit: Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert galt der Bettler als Ehrenmann. Gesetze regelten, wer wann und wo der Bettelei nachgehen durfte.

"Niemand ist freiwillig auf der Straße“, sagt Michael Landau, Leiter der Caritas Wien. Der emeritierte Soziologieprofessor Roland Girtler geht noch weiter: "Alle Studenten sind im Grunde genommen Bettler. Die Bettelei hat heutzutage lediglich andere, genehmigte Formen angenommen, man denke nur an diverse Förderungen - auch die sind im weitesten Sinne Bettelei.“ Die Gesellschaft habe sich individualisiert; jeder sehe sich selbst im Vordergrund seines Lebens, weshalb der Hilfsgedanke zusehends in den Hintergrund rücke. "Betteln passt nicht mehr in unsere


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