Meinesgleichen TV-Kritik: politischer Sommerschlussverkauf

Falter & Meinung | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Es wird immer besser. Endlich nähert sich das politische Personal der politischen Debattensendung im ORF dem Idealzustand einer Seifenoper. Die Charaktere werden volkstümlicher, sie gewinnen Kontur, und was sie äußern, ist sowas von animiert und engagiert. Lebendige Debatte, das kann man wohl sagen! Hier stimmte ausnahmsweise einfach das Casting.

Gastgeberin Ingrid Thurnher, wie die schon aufsteht und hin- und hergeht, das macht ihr keine nach. Eva Dichand schlägt die Beine übereinander wie sonst nur eine, und sage keiner, das sei keine Kunst. Auf derart exponierter Möblage derart ausdauernd aufrecht und fesch zu sitzen, das macht ihr nicht so schnell eine nach. Außer die dunkle Sophie Karmasin natürlich, ebenso schön wie die blonde Eva, nur etwas besser artikuliert, mit der Autorität der ganzen Nation im Handtäschchen, die sie zu allem und jedem befragt hat. Unnachahmlich, wie sie jedes hingeworfene Stichwort in eine wortreiche Exegese überführt, unübertroffen, wie sie der Eva die rhetorische Butter vom kargen Brot nimmt. Die kurzhaarige Martina Salomon hat es nicht leicht, sie muss sich auf amüsierte Fußnoten beschränken. Und die Männer? Andreas Koller, quadratisch, praktisch, gut. Er ist, wie er gerne sagt, schon lange im Geschäft (hoffentlich bleibt er noch ein Weilchen), ebenso wie Peter Filzmaier, der Politologe, der weltweit die meisten Wörter pro Zeiteinheit hervorstößt. Ein Vergnügen, denen zuzusehen! Was sie gesagt haben? Keine Ahnung!

So kann es weitergehen!

¦ Die Sendung "Im Zentrum“ zog am 10. Juli 2011 Bilanz der politischen Saison


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